Ich will NICHT 30 werden! [Jenny-Privat]

22.10.15

Morgen ist es so weit. Ich werde 30 Jahre alt und kann es noch gar nicht fassen, da ich mich immer noch wie Anfang oder Mitte 20 fühle. Für viele Frauen ist dieser Geburtstag ein sehr merkwürdiger, ja fast schon schrecklicher Tag, denn sie realisieren, dass sie so langsam älter werden.

Doch warum stört es sie? Warum stört es mich?


Viele Damen denken, dass sie über Nacht quasi Probleme mit Falten und der Schwerkraft ;-) bekommen. Doch das ist doch völliger Quatsch! Im Grunde ist es vielmehr ein schleichender Prozess, der realistisch betrachtet definitiv eben nicht über Nacht eintritt.


Trotz dieser Erkenntnis habe ich ein Problem damit 30 Jahre alt zu werden und habe lange darüber nachgedacht warum das so ist. Ich weiß nun warum, doch um diese große Frage zu beantworten, muss ich wohl ein wenig weiter ausholen.

Ich weiß noch ganz genau, als ich 14 Jahre alt war kamen mir die Schüler der Oberstufe schon so erwachsen vor, so groß und so reif. Im Nachhinein betrachtet ist dies doch schon ziemlich lächerlich. Damit will ich keiner 18-19 jährigen Person eine gewisse Reife abschreiben, doch die Norm sieht anders aus. Mit 14 dachte ich auch, dass ich direkt nach dem Abitur in Windeseile studieren, danach direkt Arbeiten werde, den Mann meines Lebens mit Mitte 20 heiraten und mit ihm eine kleine Familie gründen werde. Mit 30 sollte dann mein Leben schon in sicheren Tüchern sein. Dies ist wohl eine Vorstellung, die von den Normen der Gesellschaft fast schon vorgeschrieben wird. Sicherlich war es einige Jahre vorher auch der Standard und der "normale" Werdegang. Ist das aber immer noch so? Läuft das Leben wirklich immer so linear ab? Ich denke: NEIN!

Gerade die Generation meiner Eltern hat wohl noch zum größten Teil den gerade geschilderten Werdegang hinter sich und es so erlebt, sodass mich ständig Fragen und Aufforderungen erreichen. Sie wissen, dass ich bereits seit einer geraumen Zeit glücklich vergeben bin und sticheln ganz gerne mal.

"Jenny, wann heiratest du denn endlich? Wann fängt deine Familienplanung an? Du musst an deine biologische Uhr denken! Du willst doch Kinder?! Lass dir nicht zu viel Zeit!"

Dies nimmt mehr und mehr zu, wenn man sich der 30 nähert, denn anscheinend steht irgendwo immer noch geschrieben, dass die 30 eine Art magische Zahl ist. 

"Waaaas, du wirst 30? Wie schnell die Zeit vergeht! Na dann musst du langsam reinhauen!"

Muss ich das wirklich? Klar, ich möchte heiraten, und ja, ich will auch Kinder, doch muss ich das doch keineswegs von diesem magischen Alter abhängig machen! Ich bin mir durchaus bewusst, dass es bei Schwangerschaften irgendwann leicht problematisch werden kann, aber mit (noch) 29 fühle ich mich doch noch ein wenig!
Die ersten Alterserscheinungen stören mich kaum. Gar nicht, wäre wohl gelogen, aber damit kann ich wirklich gut umgehen. Das Verhalten der Umwelt, die Forderungen und die RatSCHLÄGE sind es wohl, die mich wirklich stören. Zu meiner noch leicht kindlichen Einstellung, die ich damals mit 14 Jahren hatte und die definitiv von der gesellschaftlichen Norm geprägt worden ist, passt mein Werdegang nicht wirklich. Ich habe zwar studiert und arbeite, doch der familiäre Aspekt hat sich nicht so entwickelt. Vielleicht fühle ich mich deswegen noch wie Mitte 20 und vielleicht ist dies auch mit ein Grund warum ich nicht 30 werden will.

Gerade beim Autofahren sah ich eines dieser Plakate, die ich immer müde belächelte: Ü30 Party. Warum gibt es extra Parties, die für Menschen ausgelegt sind, die über 30 Jahre alt sind? Klar, vielleicht ist es nicht ganz angenehm eine mächtige Sause zu stürmen, die voller 16-jährigen ist und bei der der Altersunterschied doch schon groß ist. Bin ich aber morgen wirklich so arg anders als mit 25? Ich hoffe nicht! Irgendwie war mir dieses Plakat zum allerersten Mal wirklich unangenehm.

Diese Zahl sagt in meinen Augen wirklich gar nichts aus. Die positive Kehrseite der Medaille ist, dass ich es genieße ein geregeltes Leben zu führen und wirklich weiß, was ich will. Wenn ich heute 10 Jahre zurück blicke, dann bin ich wirklich froh mich nicht mehr damit auseinander setzen zu müssen was ich werden will, wo und was ich studieren will, wie mein Leben wohl aussehen soll, denn das alles weiß ich jetzt. Einher geht aber immer noch das Gefühl, dass dies alles sich noch ändern kann. Ich bin ein Mensch der Stillstand hasst, ich will täglich etwas Neues erleben, jeden Tag versuchen mein Leben ein wenig besser zu gestalten und etwas Neues lernen, mich eben weiterentwickeln. Diese Tatsache führt dazu, dass ich genau weiß, dass das geregelte Leben sich jederzeit ändern kann. Das macht mir einerseits ein wenig Angst, andererseits fühle ich, dass ich mit Spannung und auch noch mit Träumen in die Zukunft blicke! Irgendwie ist die 30 doch eben nur eine Zahl!

Ich weiß, dass die Altersverteilung bei euch, also den Lesern meines Blogs, recht gemischt ist, daher würden mich eure Erfahrungen und Meinungen sehr, sehr interessieren.

Kommentare:

  1. Hey,

    ich kann deine Ängste vor dem Älter werden schon verstehen. Ich arbeite in einem Altenheim und sehe, wie schlimm "alt sein" doch sein kann. Wiederrum sehe ich die Leutchen, die noch mit weit über 90 Jahren, noch total fit sind und sogar noch bei uns im betreuten Wohnen leben.
    Bei mir ist das so eine Sache. Natürlich bin ich dankbar für jedes Jahr das ich erleben darf und freue mich auch aufs älter werden. Jedoch habe ich immer noch nicht, den "perfekten" Mann gefunden und meine Angst ist ehr, alleine alt zu werden. Sprich ohne Mann und Kinder.
    Auch mache ich mir um meine spätere Rente gedanken, da wie es ja nunmal aussieht, mit der Rente in unserem Alter wohl ehr mau aussehen wird.
    Und wovor ich am meisten Angst habe ist, ein Pflegefall im Alter zu sein. Ich stelle es mir schrecklich vor, auf Hilfe anderer angewiesen zu sein. Da hilft aber nur beten, dass das niemals eintreffen wird.

    Aber am Ende, sollten wir unser Leben genießen und es einfach Leben, solange es geht. Schließlich rast die Zeit und da sollte man sein Leben, nicht mit negativen Gedanken verbringen. Also mach dir keinen Kopf. Die 30 ist nur eine Zahl und wird dein Leben nicht sonderlich verändern.

    Liebe Grüße aus Köln,
    Sarah

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  2. Meine Ansicht vom Leben war mit 14-16 ähnlich wie deine :) mit 25 wollte ich verheiratet sein und ein Kind in die Welt gesetzt haben... ich glaube auch, dass uns das ganze als natürlicher "Werdegang" vorgegaukelt wird/wurde weil das ganze in der Generation unserer Eltern eben so üblich war. Man muss aber auch bedenken (und das haben wir mit 14 sicherlich nicht!) dass die Welt nicht mehr so ist wie vor 30 Jahren als unsere Eltern uns in die Welt gesetzt haben! Ich bin jetzt kürzlich 28 geworden und ich muss schon gestehen dass meine biologische Uhr (stark) tickt und ich mir eigentlich schon eine eigene Familie wünsche aber momentan ist das ganze eben nicht möglich. Im Grunde sehe ich das ganze so wie du. Ich würde nicht sagen dass ich "angst" vorm älter werden habe aber die 30 rückt auch bei mir immer näher und so langsam sollte man sich meiner Meinung nach schon Gedanken machen wie man sich die Zukunft vorstellt. Ob man jetzt aber mit 25, 30 oder 35 heiratet und Kinder in die Welt setzt ist denke ich im Grunde eigentlich egal. Die Situation muss eben passen und beide müssen bereit dafür sein :)

    Hab morgen einen schönen Geburtstag :)

    Liebe Grüße
    Ramona

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    1. Das stimmt total. Ich denke auch, dass es immer besser sit, wenn man einen Plan hat und weiß was man will und was nicht. Für mich muss eben wirklich ALLES passen besvor ich ein Kind auf diese Welt bringen mag. Werde ich morgen definitiv (naja ok hoffentlich) haben. LG

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  3. Grins, ich werde in 1,5 Jahren 40 und das ist auch voll komisch. Als ich 30 geworden bin, hat mich das gar nicht so gestört, glaube ich. Die Zeit rast finde ich!
    Lg Sandra
    blogsvonsandra.blogspot.com

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  4. An meinen 30. Geburtstag kann ich mich noch sehr gut erinnern :D An diesem Tag kam ich mit meiner Tochter aus dem Krankenhaus - aufgrund lauter Freude über das Neugeborene, hat mein Vater ganz vergessen, mir zum Geburtstag zu gratulieren. Darüber war ich todunglücklich. Meine Tochter hat fünf Tage vor mir Geburtstag und der wird immer groß gefeiert. Meiner fällt ganz klein aus - ihre Deko lasse ich immer bis zu meinem Geburtstag hängen :D

    Mein Plan war immer ein ganz anderer - ähnlich wie deiner früher. Jetzt bin ich 37 und alleinerziehend.

    Haus kaufen, Kind bekommen und Baum pflanzen war früher... Babysitter, Ü30-Party und sich bewusst werden, das das eigene Kind mehr Freunde hat, als man selbst, ist heute :D

    Alles Gute nochmal :-*

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  5. Liebe Jenny, ich bin nun 55 und ich kann Dir sagen: Es passt NIE alles und das ist auch gut so. Ich glaube ganz wichtig ist sich gegenüber ehrlich zu sein. Ich hätte es auch immer besser gefunden wenn alles einen Plan hat, aber ich hab mir irgendwann eingestehen müssen, ich bin aber überhaupt nicht der Typ dafür. Geniesse einfach das Leben mit allen kleinen Aufs und nimm die Abs als Herausforderung, finde heraus was Dein persönlicher Weg zu Happiness ist, beschäftige Dich nicht mit Falten vor 50 (und auch dann nicht mehr als nötig) und lass Dir von einer "older Lady" wie mir sagen, dass die allerbesten und auch optisch allerschönsten Jahre als Frau noch vor Dir liegen! Perfektion ist nicht das lebendige, pralle, Leben! Alles Gute zum 30er und viel Freude!

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